Lagerkosten: Warum Ihr Lager heute mehr kostet, als Ihnen lieb ist
Was treibt Ihre Lagerkosten in die Höhe? Viele der Kosten, die durch ein chaotisches Lager und improvisierte Abläufe entstehen bleiben zunächst unsichtbar, da sie auf keiner Rechnung aufgeführt sind. Doch genau diese indirekten Lagerkosten summieren sich und lassen sich gezielt vermeiden. In diesem Beitrag setzen wir uns damit auseinander, welche Fragen Ihnen dabei helfen, Einsparungspotenzial in Ihrer Lagerhaltung zu identifizieren:
- Wie viel Zeit verlieren meine Mitarbeiter täglich durch chaotische Abläufe?
- Welche versteckten Kosten entstehen durch Beschädigungen und Improvisation im Lager?
- Warum sind meine aktuellen Lagerprozesse nicht mehr zukunftssicher?
- Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich die Lagerorganisation weiterhin so lasse?
- Wie wirkt sich ein unorganisiertes Lager langfristig auf Mitarbeiterzufriedenheit aus?
Wie viel Zeit verlieren meine Mitarbeiter täglich durch chaotische Abläufe?
Studien und Befragungen sprechen von einer Zeitersparnis durch optimierte Lagerhaltung von 18 – 35 %. Das ist die Zeit, die Sie potenziell durch chaotische Abläufe im Lager verlieren. Inneffiziente Abläufe fressen Zeit durch eine Reihe an Faktoren:
- Suchzeiten
- Doppel- oder Zusatzwege
- Wartezeiten bei Nachbestellungen
- Erhöhtes Fehlerpotenzial
- Unklare Zuständigkeiten bremsen den gesamten Materialfluss.
Jeder Handgriff zählt. Selbst wenn jeder Mitarbeitende im Lager nur 10 Minuten pro Schicht mit Suchen, Umwegen oder Improvisation verliert, summiert sich das schnell: Bei 5 Mitarbeitenden und 220 Arbeitstagen im Jahr gehen so über 180 Stunden reine Arbeitszeit verloren. Das entspricht mehr als vier kompletten Arbeitswochen. Und dabei sind zusätzliche Wege, Unterbrechungen oder Fehlerkorrekturen noch nicht eingerechnet. Diese Zeit wird nicht fakturiert, verursacht aber reale Lagerkosten.
Ein klar strukturiertes Lager mit definierten Stellplätzen, optimal passenden Fachboden – oder Schwerlastregalen und eindeutiger Beschilderung reduziert solche Verluste drastisch. Je nach Art der Lagerartikel erleichtert eine optimierte Ausstattung (z.B. Sichtkastenwagen, mobile Kippbehälter, etc.) zusätzlich das Materialhandling. Wege werden kürzer, Entnahmen ergonomischer und Rückführungen effizienter. Wer hier optimiert, senkt seine indirekten Lagerkosten dauerhaft.
Welche versteckten Kosten entstehen durch Beschädigungen und Improvisation im Lager?
Beschädigungen und Improvisation im Lager sind stille Kostentreiber. Wenn Ware falsch gestapelt, zu oft bewegt oder kurzfristig umgelagert wird, entstehen nicht nur Materialverluste. Auch Zeit, Platz und das Vertrauen der Kunden gehen verloren. Eine zerdrückte Kartonage, ein defektes Gehäuse oder falsch gelagerte Ersatzteile können Liefertermine verzögern. Improvisierte Lagerflächen erhöhen darüber hinaus die Unfall- und Schadensrisiken.
- Direkte Schäden: Zerstörte Verpackungen, zerkratzte Oberflächen, fehlerhafte Chargen
- Indirekte Schäden: Zusätzliche Prüfungen, Nacharbeiten, Neuverpackung
- Verzögerungen: Such- und Wartezeiten
- Inneffizienter Warenfluss: doppelte Bestellungen, vergessene Restbestände.
- Fehlende Regalsicherheit: Reparaturen, Ausfälle oder gar Personenschäden
- Mangelnde Wartung: versteckte Folgekosten
Ein typisches Beispiel: Paletten werden aufeinandergestapelt, weil kein Regalplatz mehr frei ist. Das spart kurzfristig Raum, erhöht aber das Risiko von Bruch und Verletzungen. Dazu kommen zusätzliche Aufwände für Ersatzbeschaffung, Entsorgung oder Reklamation. Jedes Mal, wenn improvisiert wird, steigt die Wahrscheinlichkeit für teure Fehler.
Professionelle Lagertechnik beugt solchen unnötigen Lagerkosten vor. Regalsysteme mit klarer Unterteilung (z.B. mit Sichtkästen, Lagerwannen oder Lochplatten für Werkzeug) verhindern solche Probleme und schaffen Ordnung. ESD-Behälter schützen empfindliche Elektronik vor Entladungsschäden und sichern so zusätzlich Produktqualität und Investitionen.
Warum sind meine aktuellen Lagerprozesse nicht mehr zukunftssicher?
Lagerprozesse, die heute noch funktionieren, geraten zunehmend unter Druck. Der Grund ist vor allem in den sich immer schneller wandelnden Rahmenbedingungen für Unternehmen aller Branchen zu suchen:
- Wachsende Artikelvielfalt: Mehr Varianten, kleinere Losgrößen und kürzere Lieferzeiten überfordern starre Lagerlayouts, die auf Wiederholung ausgelegt sind.
- Digitalisierung: Systeme wie ERP oder Scannerlogistik können ihre Vorteile nur entfalten, wenn die physischen Prozesse im Lager darauf abgestimmt sind. Fehlt diese Basis, bleibt die Technik Stückwerk.
- Flächen- und Energiepreise: Jede ineffizient genutzte Fläche wird teurer. Wer Lagerzonen nicht regelmäßig überprüft und anpasst, verliert langfristig Wettbewerbsfähigkeit.
- Fachkräftemangel: Neue Mitarbeitende haben oft weniger Erfahrung. Wo Abläufe nicht standardisiert und visuell nachvollziehbar sind, steigt die Einarbeitungszeit – und damit die Kosten.
- Arbeits- und Sicherheitsvorschriften: Vorschriften zum Schutz Ihrer Mitarbeiter werden zunehmend rigider und lassen weniger Spielraum für Improvisation.
Lageroptimierung bedeutet nicht nur Aufräumen, sondern strategisches Denken: Sie senken Lagerkosten, wenn Sie Prozesse so gestalten, dass sie Wachstum und neue Technologien mittragen. Zukunftssichere Lagerprozesse sind modular, erweiterbar und prüfbar. Wer frühzeitig modernisiert, behält die Kontrolle über Lagerkosten und Kapazitäten.
Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich die Lagerorganisation weiterhin so lasse?
Wer seine Lagerorganisation unverändert lässt, geht gleich mehrere Risiken ein. Viele davon werden erst sichtbar, wenn es zu spät ist:
- Wirtschaftliches Risiko:
Ineffiziente Wege, Suchzeiten oder Nacharbeiten summieren sich zu dauerhaften Mehrkosten. In wirtschaftlich angespannten Zeiten wirken unnötig hohe Lagerkosten wie eine schleichende Renditeminderung. - Operatives Risiko:
Fehlende Standards führen dazu, dass Wissen an einzelne Mitarbeitende gebunden ist. Fällt jemand aus oder wechselt den Job, entstehen sofort Lücken im Ablauf. - Sicherheitsrisiko:
Überfüllte Zonen, provisorische Stellplätze oder unsaubere Verkehrswege erhöhen Unfallgefahr und Haftungsrisiken. Selbst wenn der Ernstfall nie eintritt, kann dies bei Kontrollen und Kundenaudits zu unangenehmen Situationen führen. - Zukunftsrisiko:
Wer heute keine Strukturen schafft, kann morgen keine Automatisierung oder Digitalisierung sinnvoll einführen. Alte Zettelprozesse bremsen jedes neue System.
Schon ein umgestoßenes Regal kann gravierende Folgen haben. Die Kosten für Ausfallzeiten, Ersatzbeschaffung oder mögliche Schadensersatzforderungen stehen in keinem Verhältnis zur Investition in ein durchdachtes und sicheres Lagersystem. Lagerorganisation ist daher immer auch Risikomanagement. Ein durchdachtes System schützt Mitarbeiter, Material und Budget.
Nicht zu vergessen: Auch Versicherer achten zunehmend auf geprüfte Lagerstrukturen. Wer hier nachweisen kann, dass Regalsysteme regelmäßig kontrolliert und instandgehalten werden, profitiert oft von besseren Konditionen. Sicherheit rechnet sich damit präventiv und finanziell.
Wie wirkt sich ein unorganisiertes Lager langfristig auf Mitarbeiterzufriedenheit aus?
Ein unorganisiertes Lager frustriert Mitarbeitende schneller, als man denkt. Wenn Suchzeiten, Improvisation und ständige Umräumaktionen den Arbeitsalltag bestimmen, entsteht das Gefühl, ständig gegen Hindernisse zu arbeiten. Passieren vermeidbare Unfälle oder Beinahe-Unfälle steigert das die Unzufriedenheit noch einmal auf ein völlig anderes Level.
Umgekehrt steigert ein sauberes, gut durchdachtes Lager das Sicherheitsgefühl. Wer weiß, wo sich jedes Werkzeug befindet, arbeitet konzentrierter und zufriedener. Auch neue Mitarbeitende finden sich schneller zurecht. Investitionen in Lageroptimierung zahlen sich also dreifach aus:
- geringere Fluktuation
- geringere Onboarding-Zeiten
- geringere Lagerkosten.
Intelligente Lagerhaltung lohnt sich
Lagerkosten entstehen nicht nur auf der Rechnung, sondern in den täglichen Abläufen. Wer Transparenz, Sicherheit und Struktur schafft, senkt versteckte Lagerkosten dauerhaft und schafft die Basis für ein zukunftssicheres, motivierendes Arbeitsumfeld.
Damit das gelingt, braucht es nicht nur die richtigen Regale und Systeme, sondern auch Planung. Ein erfahrener Partner wie BEKU unterstützt Sie dabei, individuelle Lagerkonzepte zu entwickeln, von der Analyse bestehender Abläufe bis zur optimalen Ausstattung mit Regalen, Behältern und Zubehör. So wird aus Stauraum ein System, das mitwächst und Kosten dauerhaft senkt.